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Rückblick Tanzbotschafterin Nele – 10. PURPLE Tanzfestival

PURPLE Tanzfestival 2026 Vorführung Happy Hype © De-Da Productions
Schlagworte
Datum
02.02.2026

Tanzbotschafterin Nele (17 Jahre) berichtet über ihren Festivalbesuch und beschreibt ihre Erfahrungen mit den Tanz Produktionen „Witch Hunting“ und „Happy Hype“.

Am Sonntag, einen Tag nach der Eröffnung von PURPLE Tanzfestival, schaute ich mir die Performance „Witch Hunting“ im HAU1 – Hebbel am Ufer an und ich war echt überwältigt. Die Tänzer verkörperten so eindrücklich die Emotionen, wie ich es selten in Performances erlebt habe. Ich saß aufrecht auf meinem Stuhl und schaute auf die Bühne. Gedämmtes Licht und spannungsvolle Musik. Die Tänzer erschienen nacheinander von verschiedenen Seiten der Bühne und bildeten eine Gemeinschaft. Dachte ich zunächst. Doch die Bewegungen gingen immer wieder über in ein Gegeneinander. Man könnte fast schon kämpferische Ausdrücke erkennen. Und trotzdem kehrte immer wieder die Gemeinschaft als Aspekt in den Tanz zurück. Aber auch in der Kleidung. Obwohl jeder Tänzer seinen individuellen Tanzstil hatte, bildeten zwei Tänzer jeweils ein Paar durch die Farbe ihrer Kleidung. Diese war nämlich entweder rot, weiß oder blau gehalten. Trotz dieser Verbindung von jeweils zwei Personen, kam es auch unter allen Tänzern immer wieder zu dem Gefühl einer Gemeinschaft. Einem gemeinsamen Tanzen. Doch drehte sich dieser vermeintliche Zusammenhalt um. Es gab immer neue Außenseiter.

Besonders eindrücklich war das immer wiederkehrende Motiv, wenn die Tänzer ihre Finger auf sich, die Bühnenwand oder auf uns – das Publikum, richteten. So fühlte ich mich direkt angesprochen und war involviert in die Frage von Schuld bzw. Unschuld. Wer war schuldig? Zerstört etwa die Schuld die Gemeinschaft? Das Stück hinterließ mir viele Fragen.

Was mich bis zu jetzt noch zum Nachdenken anregt, sind die Musikauschnitte von „Freude schöner Götterfunken“, die immer wieder von Beats bzw. neumodischer Musik unterbrochen wurden. Sollte diese allgemein bekannte Melodie, die Gemeinschaft und Frieden bzw. Freiheit verkörpern oder doch aufzeigen, dass es nicht nur unsere privilegierte europäische Welt gibt? Man sieht: Noch eine Frage mehr.
Doch trotz der Fragen konnte die Performance mir so viel vermitteln. Die Zusammensetzung aus den verschiedenen Tanzstilen, wie Krumping, Popping, Hip-Hop und traditioneller und urbaner afrikanischer Tänze beeindruckte mich sehr und ich klatschte mit voller Kraft mit.

Happy Hype + 10. Jubiläums Party

Nur wenige sind an diesem eisigen Abend auf der Straße unterwegs. Außer man ist auf dem Weg zum Ende des Purple Tanzfestivals, wie ich und noch ein paar andere, die mit mir aus der U-Bahn gestiegen sind. Im Gegensatz zur Straße ist im Uferstudio 14 schon viel los. Dicht an dicht werden die Karten abgeholt, wird sich gegrüßt, noch etwas zu trinken geholt und man freut sich auf die heutige Performance „Happy Hype“.

Als die Türen geöffnet werden, wundern meine Freundin und ich uns erst. Keine Stühle? Stattdessen setzen wir uns rings um die Bühne und werden dann auch direkt in die Performance mit einbezogen.

Die Ouinchs bringen schon beim Betreten des Raums eine enorme Präsenz mit. In Kleidern gehüllt spielen die Tänzer mit dem Publikum und platzieren uns schließlich noch mal richtig.

Dann ertönen die ersten Beats von DJ Mullah. Man kann gar nicht anders, als mitzupfeifen. Die traditionellen Tanzschritte und die Kostüme bringen zunächst eine geheimnisvolle Stimmung und auf jeden Fall Spannung mit sich.
Nach und nach enthüllen die Tänzer sich von ihren Trachten. Die Hüte, Röcke, Jacken und Stoffe fliegen ins Publikum und eine Jacke landet plötzlich auf meinem Kopf. Aber dann geht es richtig los. Zum Vorschein kommen knappe Sportklamotten, die definitiv gebraucht werden. Das Energielevel ist durch die dynamischen Clubmoves direkt ganz weit oben und durch das Einbinden des Publikums, z.B. wird sogar auf den Publikumsbänken getwerkt, fühlt man sich direkt eingebunden in die „Party“ bzw. Lebensfreude und Energie, die vermittelt wird.

Das Energielevel nimmt nie ab und es kommen immer neue, teilweise auch skurile Teile, in denen z.B. ein ziemlich eindrucksvolles Gebilde entsteht, wie ein Pferd mit einem Reiter. Man kann eigentlich die ganze Zeit nur Staunen und Mittanzen wollen.
Allerdings fand ich es ein bisschen schade, dass schon bevor das Stück richtig zu Ende war, während einer ruhigen Stelle geklatscht wurde. Aber zum Glück ging es dann nochmal weiter und jeder Tänzer hat eine Art Solo Part. Die fand ich besonders eindrucksvoll, weil jeder ganz individuell war und seine eigenen Besonderheiten stolz durch den Tanz ausdrückte. Im Nachhinein fand ich es dann auch bemerkenswert, dass diese Besonderheiten in der Gemeinschaft sich so gut ergänzten und man wirklich einfach gesehen hat, wie viel Spaß die Tänzer hatten.

Zum Schluss darf natürlich nicht vergessen werden, dass ein unglaublich guter Einstieg in die Party war. Denn die Tänzer holten uns – das Publikum – auf die Bühne und die Party ging weiter mit den eindrucksvollen Beats von DJ Mullah. Ein echt toller Einstieg in die Abschlussparty.

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