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Testosteronrausch

Company Chameleon: "Beauty of the Beast" copyright: Roberto Duarte
Company Chameleon: "Beauty of the Beast" copyright: Roberto Duarte
Schlagworte
Datum
24. Januar 2017

Sechs muskulöse Männer tanzen auf einer schwarzen Bühne. Sie schwitzen, fluchen und kämpfen gegeneinander. Das Stück von Company Chameleon präsentiert in „Beauty of the Beast“ geballte Männlichkeit auf der Bühne. Doch auch die schwachen und einsamen Momente zeigt das Ensemble aus Manchester mit eindrucksvollen Bewegungen.

Zwischen Gruppengefühl und Einsamkeit

Man könnte fast meinen, man befindet sich in einem klassischen Ballettstück. Ein Tänzer bewegt sich zu klassischer  Musik in Pirouetten, sanften Sprüngen und leichtem Schritt. Zwei andere werden sich ihm auf ebenso kraftvolle wie grazile Weise anschließen. Doch als ein Mann in Alltagskleidung und mit einer Sporttasche die Bühne betritt, werden andere Töne – im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagen. Man(n) tanzt nicht so.

Schnell wird die Sporthose und Leder- oder Kapuzenjacke angezogen und schon ist die Gang komplett. Nur einer wird sich noch beweisen müssen. Was dann folgt, ist ein Querschnitt durch typisch männliche Situationen: Kräftemessen, Rivalität und Brüderlichkeit sowie in einsamen Momenten Angst, Verletzlichkeit und Schwäche. Die Bilder sind einprägsam.

Bilder aus dem Tierreich

Ein Mann ist kleiner als der andere. Der größere Mann macht einen runden Kick auf den anderen Mann zu. Der andere duckt sich. Er macht das immer und wieder. Später drückt er ihn zu Boden, um seine Überlegenheit zu zeigen. Ein andermal greifen fünf Männer wie Tiere den sechsten Mann an. Sie brüllen wie Affen und kriechen wie Zombies auf dem Boden. Im nächsten Moment hält sich der einer der Tänzer an seinem Vordermann fest. Sein Vordermann wird den starren Körper über die Bühne schleifen. Immer wieder und wieder. Ein starkes Bild für Brüderlichkeit! Als ein Mann nur auf einem Bein steht und schüchtern in die Menge blickt, ist seine Stärke vergessen. Seine Männlichkeit macht ihn nicht aus, vielmehr seine Menschlichkeit. Die Fähigkeit, Schwäche zu zeigen.

Choreograf Anthony Missen setzt großen wert auf den Wechsel von Beleuchtung, Musikauswahl und die Stimmung des Stückes. Dadurch wirkt jede Szene für sich und jeder Zuschauer*In kann sich seinen eigenen persönlichen Identifikationsmoment suchen.

Kritik: Susanne Gietl

 

Weitere Informationen

„Beauty of the Beast“ von Company Chameleon wird am 25. Januar um 11 Uhr in den Uferstudios erneut aufgeführt.

4 comments

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  1. Auch für älteres, tanzerprobtes Publikum war “ Beauty of the Beast “ der Hammer, jede Menge Testosteron!
    Das “ Traumlabor „, was ebenfalls beim Festival lief, drückt auch toll jugendliche Gefühle aus und hinterläßt Spuren!
    Danke und weiterhin viel Kraft und Energie!
    Wir bleiben jung und hoffen auf eine Fortsetzung!

    1. Super, danke für das tolle Feedback! Das freut uns 🙂

  2. Ich bin echt froh „Beauty of the Beast“ gesehen zu haben! Ich finde das Stück unglaublich,cool und richtig nice für Jugendliche gestaltet! Die Jungs sind auch cool und nett 😉
    Neues Lieblingsstück!
    Hoffentlich geht das PURPLE Tanzfestival 2018 weiter!
    Wäre richtig cool! 🙂

    1. Ja Marcella! Ich hoffe auch, dass es 2018 weitergeht 🙂

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