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Tanzbotschafterin Emma: Lass dich verwandeln …

Bild mit tanzenden Menschen
Foto: Miriam Tamayo
Schlagworte
Datum
20.06.2022

Stell dir vor, du kommst in einen dunklen Raum, der schwach durch gedimmtes, warmes Licht vor deinen Augen zu erkennen ist. Du setzt dich hin und siehst, dass auf einer leeren Fläche vier Personen eingefroren stehen. Diese werden von dem weichen Licht, dass von den Seiten unten und von vier Lichtsäulen im Hintergrund kommt, leicht beleuchtet.

Das ist der Anfang einer Reise in einen House Dance Club. Die Musik fängt an… eine Weile passiert nichts. Denkst du, doch wenn du genauer hinschaust, siehst du, dass die vier Tänzerinnen sich ganz langsam in Slow-Motion anfangen zu bewegen und ihre Körper aus der Starre anfangen zu schmelzen. Mit der Kraft der Musik werden ihre Bewegungen schneller und abwechselnd tanzen die Frauen Schrittkombinationen aus dem House Dance.

House Dance kommt ursprünglich aus den späten 70ern/ frühen 80ern aus der New Yorker und Chicagoer Underground Club Szene, doch worum es sich genau handelt, wirst du später erfahren.

Es ist beeindruckend die Energie der Frauen auf der Tanzfläche zu spüren. Mal tanzt jede für sich allein und der Scheinwerfer ist nur auf eine einzelne Tänzerin gerichtet, mal tanzen alle zusammen und die Szene wird durch eine starke, kraftvolle Choreografie, die über die gesamte Fläche getanzt wird, unterbrochen.

Du musst dir vorstellen, dass es bei House Dance vor allem um schnelle und leichte Bewegungen der Füße und Beine geht, fast wie viele kleine Sprünge, die angetrieben werden von einem energetischen, schnellen Rhythmus. Die Schritte selber wiederholen sich immer wieder, so wie auch die Musik von vielen Wiederholungen lebt. Dadurch fallen die Tänzerinnen in eine Art Trance und Rausch des Tanzes bei dem der Kopf und die Gedanken keine Rolle mehr spielen, einzig und allein die Euphorie und Freude an der Musik, der Bewegung und das daraus entstehendem Freiheitsgefühl trägt ihre Füße im Rhythmus durch den Raum.

Durch die Effekte des Lichtes und der dazukommende Nebel wird das Gesamtbild eines Club und seine Atmosphäre deutlich. Du entdeckst an der Wand das Schattenspiel von den Figuren der Tänzerinnen, die sich ausgelassen der Musik hingeben und völlig frei tanzen.

Zwischendurch siehst du die Frauen in Paaren nah miteinander tanzen, sodass sich ihre Haut berührt. Dabei lächeln sie sich immer wieder an und genießen die Zweisamkeit. In einer anderen Szene stehen die vier Frauen nah aneinander, als wenn ein Fotograf sie gerade ablichtet. Der Scheinwerfer leuchtet auf ihre verschwitzten Gesichter und ihre Körper glitzern durch die langsamen Bewegungen. Du bemerkst eine Discokugel, die viele tanzende Lichtstrahlen im Raum verteilt. Auf einem kleinen Podest auf dem Boden ist eine weitere Discokugel, allerdings halbiert. Die Tänzerinnen bewegen sich schmelzend in Slow-Motion auf die halbe glitzernde Kugel zu, als wenn sie diese anbeten und vergöttern würden. Ein sehr ästhetisches Bild!

Manchmal lässt das Tanzstück dich vergessen, dass du selbst nur Zuschauer bist. Als der Song “Apricots” von Bicep gespielt wurde, fühlte es sich zum Beispiel an, als würde man mit einem Flugzeug abheben und fliegen.

Die Magie kam bei jedem im Raum an.

Die Kinder haben mitgeklatscht und mit großer Aufmerksamkeit sich der Performance hingegeben. Auch im Nachgespräch mit den Tänzerinnen war die Begeisterung bei den Kindern deutlich zu bemerken. Manche wollten sogar am Ende der Show, selber auf der Tanzfläche tanzen, ein anderer hat von Kopfschmerzen durch die intensive Musik berichtet, allerding formulierte er es nicht negativ, eher im Gegenteil. Er wirkte sehr erstaunt darüber. Allgemein kamen die Tänzerinnen sehr gut an und wurden mit Fragen gelöchert, wodurch wir als Zuschauer:innen viel über die Tänzer selber und ihren Werdegang erfahren konnten, sowie auch Details über die House Dance Szene. z.B. warum die Tänzerinnen „Mehl“ auf die Bühne gestreut habend Es stellte sich heraus, dass es sich um Babypuder handelte, ein wichtiger Teil des House Dances ist, um Sliden zu können und die Füße schnell auf dem Boden, der manchmal sehr stoppend und quietschig ist, auch speckig genannt, bewegen zu können.

Allem im allem war das Stück meiner Meinung nach ein voller Erfolg und es lohnt sich sehr sich das Stück der Choreografinnen Farah Deen & Olivia Mitterhuemer und der Tanzcompany Potpourri anzuschauen. Man gewinnt einen Einblick in die House Dance Clubs und der damit verbunden Atmosphäre, die auf ästhetische und tänzerische Art dem Zuschauer nahegebracht wurde. Vor allem nach der intensiven Zeit der Pandemie mit den geschlossenen Clubs ist das Stück aktuell und für viele von uns sicher eine große Freude anzuschauen.

 

Emma Luna Tinnemann – Tanzbotschafterin

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